Erschließung von Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften in Sachsen und dem Leipziger Umland

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft


Laufzeit: 1. September 2010 – 15. Oktober 2015


Mittelalterliche Handschriften finden sich nicht nur in den bekannten großen Sammlungen, sondern häufig auch als Einzelstücke oder Kleinbestände in Institutionen, bei denen der Besitz mittelalterlicher Buchüberlieferung weniger naheliegend ist. Entsprechend ist diese Streuüberlieferung zumeist schlecht erschlossen oder gar der Forschung gänzlich unbekannt. Mit dem laufenden DFG-Projekt soll pilothaft die wissenschaftliche Erschließung solcher Bestände im Einzugsbereich des Leipziger Handschriftenzentrums (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) begonnen werden. Der mediävistischen Forschung werden im Zuge der Projektarbeiten zahlreiche bislang unbekannte Quellen aus dem Bereich der mittelalterlichen Buchüberlieferung bekanntgemacht werden können.


An dem Pilotprojekt nehmen acht Institutionen teil, welche nahezu die gesamte Bandbreite von Einrichtungen mit Handschriftenbesitz abdecken: vom Pfarrarchiv über Dom- und Stiftsbibliotheken bis hin zu musealen und bibliothekarischen Institutionen von Kommunen, Ländern und dem Bund.


Insgesamt umfasst der Projektbestand 106 Manuskripte aus der Zeit vom ausgehenden 8. bis zum frühen 16. Jahrhundert.


Erschlossen werden die Handschriften folgender Einrichtungen:

- Görlitz, Bistumsarchiv, Depositum Pfarrbibliothek Jauernick - 6 Handschriften.

- Leipzig, Bundesverwaltungsgericht - 43 Handschriften (darunter 9 Fragmente)

- Leipzig, Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Buch- und Schriftmuseum - 7 Handschriften

- Leipzig, Leipziger Städtische Bibliotheken, Musikbibliothek, Becker-Sammlung - 4 Handschriften

- Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum - 1 Handschrift

- Naumburg, Domstiftsbibliothek, Vereinigte Domstifter – 38 Handschriften (darunter 8 Fragmente)

- Rochlitz, Schloss Rochlitz, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen GmbH - 1 Handschrift

- Zeitz, Stiftsbibliothek, Vereinigte Domstifter - 6 Handschriften


Die im Projekt entstehenden Handschriftenbeschreibungen und Erschließungsdaten werden kontinuierlich über das zentrale deutsche Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia publiziert.

Projektergebnisse im Überblick


Im Juni 2013 wurde von der DFG ein ergänzendes Projekt zur Digitalisierung der Projekthandschriften bewilligt.


Das Leipziger Handschriftenzentrum ist bestrebt, die Erschließung im Bereich der Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften nach Ablauf des Projekts fortzusetzen und bietet für handschriftenbesitzende Institutionen einen umfassenden Beratungsservice zur Einschätzung des Bestands und zu Projekt- und Fördermöglichkeiten an. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Leitung des Handschriftenzentrums (siehe unten).


Online verfügbare Beiträge, die über das Projekt informieren:

- Christoph Mackert, Ein reicher Fundus für Neuentdeckungen, in: BIS 3 (2010), H. 4, S. 250-253

- Matthias Eifler, Mirakel, Nürnberger Prozessionsgesänge und ein sorbisches "Schätzchen", in: BIS 4 (2011), H. 4, S. 214-217


Wissenschaftlicher Bearbeiter:

Matthias Eifler: eifler@ub.uni-leipzig.de, Tel.: ++341-97-30821


Wissenschaftliche Hilfskraft:

Anita Hellmich: anita.hellmich@uni-leipzig.de


Leiter des Handschriftenzentrums:

Dr. Christoph Mackert: mackert@ub.uni-leipzig.de, Tel.: ++341-97-30509