Erschließung der mittelalterlichen theologischen Handschriften der Universitätsbibliothek Leipzig (Ms 751-869)

Die Erschließung der theologischen mittelalterlichen Handschriften der UBL ist zu ca. drei Vierteln abgeschlossen. Die wissenschaftliche Bearbeitung des Signaturensegments Ms 751 bis Ms 869 steht noch aus. Sie erfolgt am Handschriftenzentrum im Rahmen der Eigenleistung, welche die UBL für die Handschriftenbearbeitung erbringt, und orientiert sich an den DFG-Richtlinien zur Handschriftenkatalogisierung. In einem ersten Durchgang, der Pilotcharakter hat, entsteht eine Bestandsliste mit Kurzkatalogisaten, die sich auf die augenfälligsten Merkmale der Handschriften konzentrieren. Hierbei finden handschriftlich vorliegende Vorarbeiten aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts Verwendung.

Die theologischen Handschriften des genannten Segments enthalten überwiegend lateinische, daneben auch deutsche Texte des 11. bis frühen 16. Jahrhunderts. Vielfach vertreten sind naturgemäß Codices klösterlicher Provenienz, vor allem aus dem Säkularisationsgut der nach der Reformation aufgelösten sächsischen Klöster Altzelle, Pegau, Chemnitz, Petersberg/Halle, Pirna und der Leipziger Konvente der Dominikaner, Franziskaner und Augustinchorherren. Inhaltlich handelt es sich um einige Sermoneshandschriften, vor allem aber um hagiographische Handschriften. Darunter sind verschiedene Codices mit Nekrologien, Martyrologien und Kalendarien, die für die sächsische Klostergeschichte besonderen Wert haben. Vielfach zeichnen sich die Bände dadurch aus, dass die für das monastische Leben ohnehin wichtigen Heiligenviten ergänzt sind um zentrale klösterliche Texte, häufig erweitert durch Nachträge, die den Codex zu einer singulären historischen Quelle des jeweiligen Klosters machen. Besonders erwähnenswert sind dabei die Kapiteloffiziumsbücher. Liturgische Handschriften runden das Bild ab. Das typische äußere Erscheinungsbild des Bestands ist die schlichte Gebrauchshandschrift, daneben gibt es einzelne Beispiele von Buchschmuck auf mittlerem bis hohem Niveau.

Die Ergebnisse der Kurzerschließung werden nach Abschluss der Bestandsliste in die Datenbank Manuscripta Mediaevalia eingespeist werden. Vorläufige Beschreibungen unter: www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/projekt_leipzig.htm


Projektlaufzeit: 2004 - 2009

Bearbeiter und Ansprechpartner: Dr. Almuth Märker

Leiter des Handschriftenzentrums der Universitätsbibliothek Leipzig: Dr. Christoph Mackert

BU