Sächsisches Klosterbuch

Projekt in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig 

Klöster und Stifte stellten als geistliche Gemeinschaften tragende Institutionen der vormodernen Verfassung, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur dar. Ihre Bedeutung und ihr Einfluss reichten weit über den kirchlichen Bereich hinaus. Neben dem flächendeckenden Netz der Pfarreien waren die Klöster und Stifte die breiteste Schnittstelle von Kirche und Welt. Die Abfolge der Ordensgründungen und Reformbewegungen, die Teil europaweiter Prozesse war, zeugt von der anhaltenden Aktualität und Attraktivität religiöser Gemeinschaftsbildung im Mittelalter. Für alle weiterreichenden und tiefergehenden Untersuchungen, nicht zuletzt in überregional vergleichender Perspektive, stellt ein „Klosterbuch“ als Handbuch und Nachschlagewerk die unverzichtbare Ausgangslage dar. 

In Folge der Schließung der Klöster nach Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen im Jahr 1539 waren deren Bibliotheken durch Zerstörung und Raub bedroht. Dem landesherrlichen Engagement sowie dem kurzentschlossenem Handeln des damaligen Rektors der Universität Leipzig, Caspar Borner, ist es zu verdanken, dass zahlreiche Codices aus sächsischen Klöstern gerettet und von der Universität verwahrt werden konnten. Der umfangreiche Bestand der Universitätsbibliothek Leipzig an mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken geht in einem wesentlichen Teil auf diese Bibliotheksüberführungen beispielsweise aus den Klöstern Altzelle, Buch, Chemnitz, Leipzig, Pirna und Pegau zurück. 

78 Klöster, Stifte und Komtureien haben im Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen im Mittelalter bestanden und werden im Rahmen des Klosterbuches unter einer Vielzahl von Themenschwerpunkten erstmals grundlegend untersucht. Der Erforschung der Bibliotheken und Skriptorien der geistlichen Institutionen in ihrer Gesamtheit kommt dabei eine herausragende Stellung zu. 


Gefördert durch das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 

Projektlaufzeit: Januar 2010 – Dezember 2012

Projektleitung: Professor Dr. Enno Bünz

Ansprechpartner: Dirk Martin MützeSabine Zinsmeyer

Kooperationspartner: Universitätsbibliothek Leipzig

Ansprechpartner UB Leipzig: Dr. Christoph Mackert

Projektstandort: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. in Dresden

 


Musiktheoretische Sammelhandschrift aus dem Vorbesitz des Zisterzienserklosters Altzelle, 11./12. Jh.
Musiktheoretische Sammelhandschrift aus dem Vorbesitz des Zisterzienserklosters Altzelle, 11./12. Jh.