Lehrveranstaltungen an der Universität Leipzig

 

 

 

Aktuell

Sommersemester 2012
Montags 17-19 Uhr

Recherchieren ohne Internet. Wissenstechnologien des Druckzeitalters
In Wissenswelten bewegen wir uns theoretisch wie praktisch. Dabei setzen wir Instrumente ein, die uns bei der Organisation wissenschaftlicher Arbeit wie beim normalen Bescheidwissen helfen, aus den vorhandenen Informationen die relevanten herauszusuchen. Gegenwärtig erfahren die Wissenstechnologien des Druckzeitalters eine gründliche Transformation durch Digitalisierung und globale Vernetzung. Was wandelt sich gerade? Was geschieht mit den Medien des Druckzeitalters wie dem Buch oder der Bibliothek? Was kann man kulturphilosophisch aus dem Medienwandel lernen? Die Veranstaltung rekapituliert alte Funktionalitäten, um den Blick auf neue Möglichkeiten zu präzisieren. Bilder und Texte der Veranstaltung werden kurz vor Beginn auf der Lernplattform Moodle bereit gestellt.

   
 

Frühere Veranstaltungen

Wintersemester 2011/12 Den Krieg denken
1813 wurde in Europa eine der letzten Schlachten eines großes Krieges geschlagen, 1914 begann in Europa ein neues, 30jähriges Kriegsgeschehen. In den hundert Jahren dazwischen wurde der Krieg in Europa gedacht: Wie eigentlich? "Es gibt fast keine Kunst, keine Wissenschaft, die nicht mit der des Krieges in Berührung träte", heisst es im Vorwort zum ersten Band der Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Krieges (1824). Dieser Anwesenheit des Krieges im Denken des 19. Jahrhundert gilt die Lehrveranstaltung; es geht um die geistige Anwesenheit des Krieges als Idee und Konzept.
   
Sommersemester 2011 Vom Universal-Lexikon zur Wikipedia
Wie funktionieren Enzyklopädien? Welches Wissen wird kommuniziert? Sind Enzyklopädien Instrumente der Aufklärung? Solche und andere Fragen an die Geschichte und die Gegenwart der Wissenskultur werden in der Lehrveranstaltung untersucht. Themen sind beispielsweise: Politik und Redaktion - Strategien der Lexikographen; Personenlexika - Welche Formen hat das biographische Wissen?; Länderkunde und Eurozentrismus; Wissenschaft populär - Wie kann das funktionieren? Behandelt werden u. a. die ersten modernen Enzyklopädien des 18. Jahrhunderts im englischen, französischen und deutschen Sprachraum, die Geschichte der Konversationslexika im 19. Jahrhundert und die Digitalisierung der enzyklopädischen Werke im späten 20. Jahrhundert.
   
Wintersemester 2010/2011

Staat und Gesellschaft bei Michel Foucault
Was heißt "Staat" beim Denker der Biopolitik? Was ist "Gesellschaft" für den Analytiker der Disziplinarmacht? Eine gründliche Lektüre vor allem der in den letzten Jahren erschienenen Vorlesungen von Michel Foucault steht im Zentrum der Veranstaltung, die Foucaults Projekt der "historisch-philosophischen Forschungen" als eine Form der "Kritik" untersucht.

Wintersemester 2010/2011

Projektseminar Buchausstellung
Die Veranstaltung begleitet eine Buchausstellung, die ab November 2010 in der Bibliotheca Albertina zu sehen ist und bereitet eine vor, die ab Februar 2011 gezeigt wird. Arbeitsvorhaben sind: Katalogredaktion und -korrektur, Werbung, Pressearbeit, Gestaltung des Rahmenprogramms

Sommersemester 2010
Seminar

Das Denken der Aufklärung
Die herrschende Vorstellung und Praxis der Rationalität findet ihre Vorbilder im 17. und 18. Jahrhundert bei Denkern, die der Aufklärung zugerechnet werden. Descartes, Spinoza, Leibniz, Locke, Wolff, Hume, Condorcet, Condillac, Lessing, Mendelssohn und Kant exponieren das Denken im Zusammenhang mit Phantasieren, Empfinden, Wahrnehmen, Urteilen, Glauben, Handeln und Leiden. Jene Denker stehen mit diesen Themen zur Diskussion.

Sommersemester 2010
Seminar

Die Seite. Druck macht Sinn
Die Veranstaltung bereitet eine Buchausstellung vor, die ab November 2010 in der Biblio­theca Albertina zu sehen sein wird. Arbeitsvorhaben sind: Exponatauswahl und -beschreibung, Präsentation in Vitrinen, im Katalog und im Internet, Dokumentation und Recherche, Werbung etc. Zum Thema: Im gerade zu Ende gehenden Gutenbergzeitalter hat der Druck mit beweglichen Lettern die im Mittelalter entwickelte Buchform für die intellektuelle Produktion und Kommunikation dominant werden lassen. Kern des gedruckten Buchs ist die gesetzte Seite, die als wichtigste Sinneinheit des Textverstehens Thema der Ausstellung sein soll.

Sommersemester 2009
Hauptseminar
Die engagierte Bibliothek
Eine Ordnung des Wissens, die sich an der Produktion des Wissens ausrichtet, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. An der Schnittstelle zwischen Forschung und Lektüre entsteht die wissenschaftliche Bibliothek, wie wir sie heute kennen. Neues Wissen wird von professionellen Bibliothekaren katalogisiert und über Raster, Räume und Rezensionen zugänglich gemacht. Inhalt des Seminars sind Texte zur Bibliothekstheorie und die Analyse von Katalogisierungsleistungen, vorzugsweise am Beispiel der Universitätsbibliothek Leipzig, die im 19. Jahrhundert eine der größten und wichtigsten Bibliotheken weltweit war.Das Seminar ist ein Angebot für Studierende in den Magisterstudiengängen der Kulturwissenschaften und der Philosophie.

Wintersemester 2008/09
Seminar

Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge
"Die Ordnung der Dinge" enthält Foucaults These vom Verschwinden des Menschen als regierender philosophischer Konzeption. Das Buch hatte weltweit große Wirkung und beeinflusst die Diskussion bis heute. Foucault entwirft entwirft ein Geschichtsbild geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeitens, er konzipiert "Gegenwissenschaften" und problematisiert solche Ordnungen im Denken, denen wir nicht entgehen können. Das Seminar soll die wichtigsten Thesen des Buches herausstellen, auch mit Rücksicht auf die anderen Werke des französischen Denkers.

Wintersemester 2008/09
Vorlesung

Foucault im Kontext der französischen Philosophie
Michel Foucault ist einer der einflussreichsten Denker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Philosophie betrifft die Rationalität und den Diskurs der Wahrheit, darüber hinaus auch Literatur und Kunst, Sexualität und Verbrechen, Wahn­sinn und Lebenskunst. Die Vorlesung stellt Foucaults wichtigste Arbeiten vor und bezieht dabei andere Denker mit ein, wie beispielsweise Louis Althusser, Roland Barthes, Georges Canguilhem, Gilles Deleuze, Jacques Derrida und Jean-Paul Sartre.

Sommersemester 2008
Seminar

Das Heilige
Geheiligt werden Personen, Orte, Artefakte (auch etwa Bücher), sie werden damit dem Bereich des Profanen entgegengesetzt, den Anstrengungen der Rationalität entzogen, dem Wunsch nach Einsehbarkeit entrückt. Moderne Historiker und Soziologen beschreiben Religion grundsätzlich mit Bezug auf das Heilige oder Heiligkeit. Was sagen Philosophen dazu? Was begrenzt das Heilige? Welche Grenze zieht es? Zu welcher Haltung verpflichtet es? Im Seminar werden Texte des 20. und 21. Jahrhunderts diskutiert, u. a. von Roger Caillois, René Girard, Martin Heidegger, Dietmar Kamper, Rudolf Otto, George Steiner, Paul Tillich, Gianni Vattimo u. a.

Wintersemester 2007/08
Vorlesung

Die Bibliothek. Geschichte und Philosophie der Wissensordnungen
Die Hauptfunktion jeder größeren Bibliothek ist bis heute die Ordnung des Wissens, durch Anordnung der Quellentexte und durch eigene Erschließungsinstrumente: Bibliographien, Kataloge, Datenbanken. Wann fing das an? Wie hat das funktioniert, vor und nach dem Buchdruck, ohne und mit Elektronik, außerhalb und innerhalb des Internet? Was sind heute die Herausforderungen? Die Vorlesung geht auf diese Fragen ein und analysiert – durchweg mit Bildmaterial – Bibliotheken sowohl historisch wie philosophisch. Denn die Geschichte des Denkens, der Literatur und der Wissenschaften ist undenkbar ohne die Aktivitäten der Bibliothekare.
(Veranstaltung auch für den Studiengang "Buchgeschichte")

Sommersemester 2007
und Wintersemester 2007/08
Projektseminar

Gelehrte, Geschichte, Gesellschaft: Christian Gottlieb Jöcher
Der Leipziger Philosophieprofessor und Universitätsbibliotheksdirektor Christian Gottlieb Jöcher (gest. 1758) ist insbesondere mit seinem "Allgemeinen Gelehrtenlexikon" (1751) berühmt geworden. Das Seminar bereitet eine Ausstellung zu diesem Werk vor, die in der Bibliotheca Albertina gezeigt werden wird (Eröffnung vermutlich März 2008). Der Arbeitstitel der Ausstellung ist "Abgründe der Gelehrsamkeit" - es geht um das Verhältnis zwischen Leben und Wissenschaft, wie es die vielen Anekdoten des Lexikons schildern.

Wintersemester 2006/07
Vorlesung

Bilder der Aufklärung
Freies Urteil, gezügelte Sinnlichkeit, Kritik der Religion, wissenschaftliche Forschung, Leben in Freiheit: all dies sind Charakteristika der Aufklärung, Synonyme der europäischen Moderne des 17. und 18. Jahrhunderts, wie sie von Philosophen und Wissenschaftlern geprägt wurde. Zentrale Denker – von Bacon bis Hume, von Descartes bis Rousseau, von Thomasius bis Kant – sollen in ihren Kontexten erläutert werden. Aufklärung ist eine Episode unserer Vergangenheit und zugleich ein überliefertes Bild des intellektuellen Heldentums, sie ist eine Erinnerung und zugleich ein Vorbild. Die Vorlesung thematisiert sowohl die alten wie die neuen Bilder der Aufklärung und setzt sie in Beziehung zueinander.

Wintersemester 2006/07
Seminar

Theorien der Aufklärung
Im Anschluß an die Vorlesung "Bilder der Aufklärung" bietet das Seminar die Möglichkeit zur vertieften Diskussion von Theorien der Aufklärung aus dem 20. Jahrhundert. Texte von Ernst Cassirer, Paul Hazard, Michel Foucault, Jürgen Habermas, Reinhard Koselleck, Jonathan Israel und anderen.

Sommersemester 2006
Seminar

Magisches Denken
Die Naturphilosophie der Moderne gründet sich, einer geläufigen Legende zufolge, auf experimentelle und beobachtende Wissenschaft, die unverträglich mit magischen Vorstellungen sei. Im Seminar werden Texte studiert, die diesen Gegensatz nicht kennen, u. a. von Reuchlin, Paracelsus, Ficino, Pico, Agrippa von Nettesheim, Bruno Kepler, Böhme und Comenius.