Ein Garten im Ärmel. Islamische Buchkultur
Ausstellung vom 11.7. - 27.9.2008
Öffnungszeiten
Mo - Fr 9:00 - 20:00 Uhr, Sa 12:00 - 16:00 Uhr,
Sonn- und feiertags geschlosssen
Die Metapher vom Garten im Ärmel
Die Metapher des Gartens, welche die Ausstellung islamischer
Handschriften in der Universitätsbibliothek Leipzig begleitet,
entstammt der Feder von al-Jahiz, eines großen arabischen Bibliophilen
des 9. Jahrhunderts.
Sie vergegenwärtigt die enge und fruchtbare
Bindung zum Buch, auf deren Grundlage die islamische Kultur des Mittelalters erwächst
und blüht.
Islamische Buchkultur
Angeregt durch den Ursprungstext Koran, der die islamische Buchkultur begründete, wird
das Buch zum Medium, in dem sich die vielfältigen religiösen und säkularen Wissensgebiete
und die literarischen Künste entfalten. Indem die islamisch-arabische Kultur das geistige
und künstlerische Erbe des Mittelmeerraumes, Persiens und Indiens kreativ rezipiert, ist das
Buch schon bald „ein Gefäß voll mit Wissen, Scharfsinn, Scherz und Ernst“, wie es al-Jahiz
in weiteren bildhaften Worten zu preisen wusste.
Obwohl zahllose Werke aus 1500 Jahren islamischer Geschichte erhalten sind, ist doch
jedes handgeschriebene Buch kostbar und einzigartig. In ihm verkörpern sich gelehrte und
literarische Traditionen, die über viele Generationen, oft sogar über Jahrhunderte hinweg,
lebendig waren. In ihrer äußeren Gestaltung, in Schrift und Einband, ist jede Handschrift
darüber hinaus ein Zeugnis künstlerischer und handwerklicher Fertigkeiten, das auf längst
untergegangene regionale Produktionsstätten und Buchmärkte verweist.
Die Ausstellung
Die Ausstellung präsentiert wertvolle Stücke aus 1500 Jahren islamischer Buchkultur. Es
befinden sich darunter sehr seltene und prachtvolle Stücke, wie ein mit Gold verzierter
Koran, der eigens für den Mongolenherrscher Öljeytü angefertigt wurde (1306/7 in Bagdad)
oder das „Buch des Schmucks“, eine sprach-, kultur- und religionswissenschaftliche
Enzyklopädie von Abu Hatim ar-Razi aus dem 12. Jahrhundert. Es werden Handschriften aus
der Prophetentradition, aus Rechtswissenschaft, Mystik und Magie gezeigt, ebenso wie
naturwissenschaftliche und medizinische Bücher. Das literarische Erbe ist mit Werken aus
Poesie und Prosa vertreten.
Herkunft der Exponate
Die Universitätsbibliothek Leipzig besitzt unter ihren ca. 3.200 orientalischen Handschriften
ca. 1.800 in den Islamsprachen Arabisch, Persisch oder Osmanisch und damit einen
außergewöhnlich reichen Bestand. Die Sammlungen gelangten teilweise schon im 17.
Jahrhundert nach Leipzig; sie werden gegenwärtig im Rahmen der Projektförderung der
Deutschen Forschungsgemeinschaft erschlossen (Projektleitung: Prof. Dr. Verena Klemm,
Lehrstuhl Arabistik und Orientalische Philologie am Orientalischen Institut der Universität
Leipzig). Die Projektergebnisse werden auch im Internet zugänglich gemacht.
(vgl. www.islamic-manuscripts.net
).
Der Katalog
Ein Garten im Ärmel. Islamische Buchkultur:
Katalog zur Ausstellung in der Bibliotheca Albertina vom 10. Juli - 27. September 2008 / hrsg. von Verena Klemm. -
Leipzig: Universitätsbibliothek Leipzig, 2008. - 60 S.: Ill. (Schriften aus der Universitätsbibliothek Leipzig; 12)
In der Bibliotheca Albertina (Leipzig, Beethovenstr. 6) ist die Broschüre für 9,90 Euro käuflich zu erwerben, nur gegen Bargeld und nur vor Ort.
Öffnungszeiten der Ausleihtheke in der 2. Etage: Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr
Bestellungen bitte an:
Leipziger Universitätsverlag GmbH, Oststr. 41
04317 Leipzig , Fax: 0341-9900440, E-Mail: info@univerlag-leipzig.de
Preis: 12,80 €
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Verena Klemm, Orientalisches Institut, Universität Leipzig, Schillerstr. 6, 04109
Leipzig, Tel. 0341-9737200, vklemm@rz.uni-leipzig.de
Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor, Universitätsbibliothek Leipzig,
Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig, Tel. 0341-97-30500, schneider@ub.uni-leipzig.de

