Neuzeitliche und orientalische Handschriften

Neuzeitliche Handschriften

Die UBL verwahrt rund 3.200 neuzeitliche Handschriften, von denen 1.100 aus dem Bestand der Stadtbibliothek und 2.100 aus dem Bestand der UB Leipzig überliefert sind. Erschlossen werden die Dokumente in gedruckten Katalogen. Ein Abschluss der Erschließungsarbeiten ist für 2010 avisiert. Noch nicht katalogisiert sind die Handschriften der Signaturgruppe 2000 sowie kleinere Bestandsgruppen. Für sie liegt nur eine Zettelkartei vor.

Nachweisinstrumente

Bestand Stadtbibliothek

  • Robert Naumann (Hg.): Catalogus librorum manuscriptorum qui in Bibliotheca Senatoria Civitatis Lipsiensis asservantur, Grimma 1838
  • Thomas Fuchs, Handschriften und Urkunden der Stadtbibliothek Leipzig in der Universitätsbibliothek Leipzig. Neuzugänge nach 1838, Wiesbaden 2009
  • Leipziger, Eure Bücher! : Zwölf Kapitel zur Bestandsgeschichte der Leipziger Stadtbibliothek / Hrsg. von Thomas Fuchs und Christoph Mackert. - Ausstellung in der Bibliotheca Albertina 18. Juni - 28. November 2009. - Universitätsbibliothek Leipzig, 2009 (Schriften aus der Universitätsbibliothek; 16)

Bestand Universitätsbibliothek

  • Detlef Döring: Die neuzeitlichen Handschriften der Nullgruppe, Bände 1 – 4, Wiesbaden 2000 – 2005
  • Alle Stammbücher sind in einer Datenbank recherchierbar:
    Repertorium alborum amicorum: www.raa.phil.uni-erlangen.de

Bestand N.I.

Unter der Signatur N.I. (Neues Inventar) ist der ehemalige Handschriftenbestand des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig zusammengefasst, der 1970 in die Universitätsbibliothek überführt wurde. Er vereinigt rund 240 Einzel- und 20 Sammelhandschriften aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, überwiegend Abschriften von damals populären Opern, Liedern, Klavier- und Kammermusik des deutschsprachigen und italienischen Raumes.

Mangels alter Kataloge und Erwerbungsunterlagen lässt sich bei vielen Manuskripten die Provenienz nicht mehr feststellen. n etlichen Fällen weisen aber entsprechende Eintragungen auf einen Erwerb aus dem Antiquariatshandel hin. Als Teilbestand ist eine Sammlung von rund einhundert meist prächtig ausgestatteten Bänden – hauptsächlich Opern - und Kirchenmusikpartituren – zu erwähnen. Es handelt sich dabei um Dubletten aus der ehemaligen Königlichen Privat-Musikaliensammlung in Dresden, die als Schenkung des sächsischen Königshauses 1853/54 an das zehn Jahre zuvor gegründete Leipziger Konservatorium gelangten und 1924 durch die „Vereinigung der Freunde der Universität Leipzig“ erworben wurden.

Nachweisinstrumente

Der gesamte Bestand N.I. ist in einem handschriftlich angelegten Zettelkatalog erschlossen und in der Musikhandschriftendatenbank RISM (Répertoire International des Sources Musicales) katalogisiert.

Orientalische Handschriften

Der Bestand von insgesamt rund 3200 orientalischen Handschriften geht auf zwei Sammlungen zurück: zum einen auf den Bestand der Universitätsbibliothek, zum anderen auf den der Leipziger Stadtbibliothek, der sich heute als Depositum in der UB Leipzig befindet. Insgesamt rund 300 arabische, persische und türkische Manuskripte sind noch nicht katalogisiert. Sie sollen mittelfristig durch ein Digitalisierungsprojekt in Kooperation mit der SLUB und dem Universitätsrechenzentrum im Internet präsentiert werden.

Nachweisinstrumente

Leipziger Stadtbibliothek:

  • Heinrich Leberecht Fleischer und Franz Delitzsch: Codices orientalium linguarum, in: Robert Naumann (Hg.): Catalogus librorum manuscriptorum qui in Bibliotheca Senatoria Civitatis Lipsiensis asservantur, Grimma 1838, S. 271-562

Universitätsbibliothek Leipzig:

  • Theodor Aufrecht: Katalog der Sanskrit-Handschriften der Universitäts-Bibliothek zu Leipzig, Leipzig 1901
  • Karl Vollers: Katalog der islamischen, christlich-orientalischen, jüdischen und samaritanischen Handschriften der Universitätsbibliothek zu Leipzig, Leipzig 1906.

Die in jüngster Zeit in Amman erworbenen islamischen Manuskripte sind in einer Internetdatenbank recherchierbar.

www.islamic-manuscripts.net

Eine ebenso moderne Erschließung erfährt zur Zeit ein Teil der von Vollers beschriebenen Handschriften, die im 19. Jahrhundert in Damaskus erworbene sogenannte „Refajya“-Bibliothek. Datenbankgestützte Erfassung, Erforschung und digitale Präsentation der Damaszener Familienbibliothek Refaiya in der Universitätsbibliothek Leipzig: www.refaiya.uni-leipzig.de

Über die Bestandsgeschichte informiert:

  • Boris Liebrenz: Arabische, persische und türkische Handschriften in Leipzig. Geschichte ihrer Sammlung und Erschließung von den Anfängen bis zu Karl Vollers, Leipzig 2008
Boethius: De consolatione philosophiae, Pegau (?), 1. Hälfte 13. Jh. (Ms 1253)