„Jean Weidt, die Masken und der Tanz in der DDR“
mit Filmaussschnitten („Ich habe mich nie hinter einer Maske versteckt“, Regie: Rainer Pavel, 1984), Vortrag (Patrick Primavesi) und einem Gespräch über den Tanz in der DDR mit der Zeitzeugin Sabine Schöneburg (Kulturwissenschaftlerin und ehemalige Fachbereichssekretärin Theater und Bühnen, ver.di Berlin-Brandenburg).
Die Ausstellung
Der auch als “roter Tänzer” bekannte Jean Weidt (1904–1988) ließ für seine Choreographie Unter den Brücken von Paris1931 einige Masken anfertigen, die sich heute im Tanzarchiv in der UB Leipzig befinden. Die ausdruckstarken Gesichtsmasken des jüdischen Künstlers Erich Goldstaub (1943/44 im KZ Auschwitz ermordet) vermitteln das Leiden von Obdachlosen.
Weidt zeigte diese Choreografie im Lauf seines Lebens in mehreren Fassungen, während seines Exils in Frankreich wie auch später in der DDR. Als Ausdruckstänzer und Homosexueller sah er sich dort jedoch mit Anfeindungen durch die Kulturpolitik konfrontiert, die seinem Tanz Formalismus vorwarf und in der Folge seine Arbeitsmöglichkeiten stark einschränkte. Dennoch konnte er an der Komischen Oper in Berlin mit seiner Gruppe Junger Tänzer wichtige Impulse des Ausdruckstanzes an die nächste Generation vermitteln.
Die Ausstellung steht im Kontext des Forschungsprojektes “Kulturerbe Tanz in der DDR” am Institut für Theaterwissenschaft.
05. Februar 2026, 18 Uhr Bibliotheca Albertina | Website: EinBlick #9
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