Seit 2015 fördert der Freistaat Sachsen mit seinem Landesdigitalisierungsprogramm (LDP) die digitale Bereitstellung von Kulturgut, das in sächsischen Einrichtungen bewahrt wird. Von Anfang an war die Universitätsbibliothek Leipzig (UB) in jedem Jahr mit Projektanträgen im Rahmen des LDP erfolgreich und konnte damit wichtige historische Bestände im Open Access allgemein verfügbar machen.
Auch 2025 war wieder ein erfolgreiches LDP-Jahr für die UB Leipzig: Über 700 handschriftliche Leipziger Dissertationen, 6.800 Objekte der Münzsammlung und 80 Handschriften der UB Leipzig aus Mittelalter und Früher Neuzeit konnten dank der Landesförderung digitalisiert und im Netz bereitgestellt werden. Außerdem konnten wir die Digitalisierung des einmaligen Bestands an frühneuzeitlichen Handschriften mit Zauber- und Beschwörungstexten („Codices magici“) abschließen, womit diese intensiv nachgefragten „Zauberbücher“ nun vollständig zur Nutzung im Netz bereitstehen. Und wir waren nicht nur für uns selbst initiativ: 50 mittelalterliche Handschriften aus kleinen Einrichtungen Sachsens wie dem Stadtarchiv Meißen oder der Gymnasialbibliothek Freiberg sind nun ebenfalls online einsehbar und am Bildschirm bequem zu durchblättern: Sichtbarkeit für das herausragende Kulturgut im ländlichen Raum Sachsens.
Zu den Digitalisaten aus den Leipziger LDP-Projekten gelangen Sie über sachsen.digital. Digitalisierte Buchhandschriften aus Mittelalter und früher Neuzeit finden Sie auch tagesaktuell auf handschriftenportal.de.
Das LDP an der UB Leipzig
Der langjährigen Förderung durch das LDP verdankt sich, dass die mittelalterlichen Handschriften der UB Leipzig – eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Art bundesweit – inzwischen zu weit über 90 % online sind. Mit dieser Digitalisierungsquote rangiert die UB Leipzig im internationalen Vergleich unter den großen Handschriftenbibliotheken weit vorn. Auch wichtige Teile der historischen Druckschriftensammlung konnten mit LDP-Mitteln digitalisiert werden, von frühesten Erzeugnissen der Druckkunst aus dem 15. Jahrhundert (Inkunabeln) bis hin zu den Publikationen aus den damals überregional führenden Leipziger Verlagen des 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Dank des LDP werden zudem die an der UB Leipzig aufbewahrten Dissertationen der Universität Leipzig aus dem 19./20. Jahrhundert sukzessive digitalisiert. So werden sie dauerhaft für die Benutzung gesichert. Dies gilt vor allem für die im Ormig-Verfahren vervielfältigten Dissertationen der 1950er und 60er Jahre, die aufgrund ihrer hohen Lichtempfindlichkeit im Original nicht mehr benutzt werden können. Seit 2025 werden auch die handschriftlichen Dissertationen aus dem 19. Jahrhundert im Rahmen des LDP digitalisiert – ein aktiver Beitrag zur Bestandserhaltung. Und auch die Münzsammlung der UB Leipzig, mit ihren ca. 100.000 Objekten eine der großen numismatischen Sammlungen in Deutschland und lange Zeit nur Insidern bekannt, ist in großen Teilen nun bequem über die zentrale, DFG-geförderte Numismatik-Plattform KENOM einsehbar. Mit über 37.000 digitalisierten Münzen, Medaillen und Banknoten ist die UB Leipzig ist der mit Abstand größte Datengeber im KENOM-Portal.
Das LDP hat es der UB Leipzig in den vergangenen zehn Jahren erlaubt, immer wieder spezifisch auf Digitalisierungsbedarfe zu reagieren. Sehr erfolgreich waren etwa Calls for digitization für den Handschriftenbestand, auf die Meldungen bis hin aus Kanada, den USA und Australien eingingen, aber natürlich genauso aus dem ländlichen Raum Sachsens, wo an der sächsischen Regionalgeschichte gearbeitet wird. Forschungen junger Wissenschaftler*innen konnten unterstützt werden, indem Kostenbarrieren für Digitalisierung wegfielen. Das LDP dient damit unmittelbar dem Wissenschaftsstandort Sachsen und der Beschäftigung mit dem eigenen Kulturerbe im Land.
Die Digitalisierungsinitiativen der UB Leipzig waren dabei schon früh nicht nur auf den eigenen Bestand begrenzt: Mit verschiedenen LDP-Projekten unterstützt die Bibliothek auch die digitale Sichtbarkeit von Kulturgut aus solchen sächsischen Einrichtungen, die keine eigene Digitalisierungsmöglichkeiten haben. Beispielsweise sind die historischen Kirchenbibliotheken Annaberg und Pegau auf diese Weise über sachsen.digital, dem zentralen LDP-Portal, online zugänglich. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften aus kommunalen, staatlichen und kirchlichen Archiven, Bibliotheken und Museen in Bautzen, Freiberg, Görlitz, Leipzig, Meißen und Rochlitz wurden von der UB Leipzig ebenfalls digitalisiert und online bereitgestellt.
Mit dem Landesdigitalisierungsprogramm hat der Freistaat Sachsen in Deutschland in Sachen Kulturerbe-Digitalisierung die Nase ganz weit vorn. Wir von der UB Leipzig sagen Danke!