EinBlick #9: Jean Weidt / Masken des Widerstands
Der auch als “roter Tänzer” bekannte Jean Weidt (1904-1988) ließ für seine Choreographie Unter den Brücken von Paris 1931 einige Masken anfertigen, die sich heute im Tanzarchiv in der UB Leipzig befinden. Die ausdrucksstarken Gesichtsmasken des jüdischen Künstlers Erich Goldstaub (1943/44 im KZ Auschwitz ermordet) vermitteln das Leiden von Obdachlosen.
Weidt zeigte diese Choreografie im Lauf seines Lebens in mehreren Fassungen, während seines Exils in Frankreich wie auch später in der DDR. Als Ausdruckstänzer sah er sich dort jedoch mit Anfeindungen durch die Kulturpolitik konfrontiert, die seinem Tanz Formalismus vorwarf und in der Folge seine Arbeitsmöglichkeiten stark einschränkte. Dennoch konnte er an der Komischen Oper in Berlin mit seiner Gruppe Junger Tänzer wichtige Impulse des Ausdruckstanzes an die nächste Generation vermitteln.
Die Ausstellung steht im Kontext des von Prof. Dr. Patrick Primavesi geleiteten Forschungsprojektes “Kulturerbe Tanz in der DDR” am Institut für Theaterwissenschaft.
Vernissage
Die Ausstellung wird am 05.02.2026 um 18 Uhr mit einer Veranstaltung im Fürstenzimmer in der Bibliotheca Albertina eröffnet.
Das Grußwort spricht Dr. Anne Lipp. Es folgen Beiträge von Prof. Dr. Patrick Primavesi, Dr. Melanie Gruß und Caroline Helm (Institut für Theaterwissenschaft und Tanzarchiv Leipzig e. V.).
Präsentiert werden ein kurzer Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "Ich habe mich nie hinter einer Maske versteckt", ein Beitrag zu Jean Weidt im Kontext des Forschungsprojekts „Kulturerbe Tanz in der DDR“ und ein Zeitzeuginnengespräch mit Sabine Schönburg zum Tanz in der DDR.