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Leipzig liest 2026

Das diesjährige Programm der Universitätsbibliothek im Rahmen von "Leipzig liest" der Leipziger Buchmesse.

Der Eintritt zu allen aufgeführten Veranstaltungen ist frei. Reservierungen können nicht vorgenommen werden.

Mittwoch, 18. März 2025
20 Uhr
Bibliotheca Albertina,
Café Alibi
Einlass:
19 Uhr

Thomasius Club mit Valentin Groebner: Abgefahren. Reisen zum Vergnügen

Fünf Jahre nach den geschlossenen Grenzen der Pandemie sind weltweit so viele Menschen zum Vergnügen unterwegs wie nie zuvor und die Nachrichten von Überfüllung und Zerstörung der vermeintlichen Idyllen allgegenwärtig. Als persönliche Belohnung und Auszeit gedacht, scheinen die Reisenden dabei trotzdem gehetzt auf der Suche nach dem Schönen und Echten. Zeit also, mit Valentin Groebner über die Paradoxien des Tourismus zu reden.

Veranstalter:
Thomasius Club

Donnerstag, 19. März 2025

17 Uhr
Bibliotheca
Albertina
,
Fürstenzimmer
Einlass:
16:00 Uhr

Hanka Kross: Hinter Fragen
Die Albertina als Tatort: Lesung am Schauplatz des Verbrechens

Leipzig hat eine neue Krimi-Reihe, in deren Mittelpunkt die Ermittlerin Janne Thomanek steht. Ihr erster Fall führt die Kommissarin an die Universitätsbibliothek Leipzig. Dort wird in der Buchtransportanlage eine abgetrennte Hand gefunden, daneben eine unscheinbare Doktorarbeit aus den Siebzigerjahren. Die Suche nach Opfer und Täter führt die Kommissarin sowohl zurück in das westdeutsche Studentenleben der Siebzigerjahre als auch zu den Auswirkungen der wirtschaftlichen Umbrüche Ostdeutschlands. Die Kommissarin taucht ein in eine komplexe Familiengeschichte, die über Generationen über die Reibung zwischen Vätern und Söhnen geprägt ist.

Die Lesung findet in den Räumen der prächtigen Albertina statt, die nicht nur jüngst zur schönsten Universitätsbibliothek Deutschlands gewählt wurde, sondern (mitsamt Personal und Inventar) eine Schlüsselrolle in den Ermittlungen spielt.

Moderiert von Charlotte Bauer.

Veranstalter:
Universitätsbibliothek Leipzig

20:30 Uhr
Bibliotheca
Albertina
,
Vortragssaal
Einlass:
19:30 Uhr

Viktor Jerofejew: Die neue Barbarei
Ein wahnwitziger Roman über die Welt als Spielball mächtiger Männer

In Zeiten einer neuen Barbarei, da Staats- und Regierungschefs die Welt aufteilen wie Mafiosi, entwirft Viktor Jerofejew ein grell schillerndes Panorama menschlicher und politischer Abgründe, in dem Wahrheit zum Spiel und Moral zur Attitüde wird.
Während Putin als "Pontschik" erscheint – ein in Öl gebackener Krapfen mit Loch in der Mitte, Symbol einer aufgeblähten Leere –, geriert sich die Opposition in der Pose der Märtyrer. Im Zentrum steht die "Russische Schuld", eine weibliche Allegorie des Landes und Objekt der Begierde des Protagonisten. Mit ihr macht sich Jerofejews Alter Ego auf ins "Himmlische Moskau", eine surreale Landschaft zwischen Traum, Erinnerung und Farce, in der Geschichte und Gegenwart ineinanderstürzen. Dort begegnen sich Stalin und Rilke, Zwetajewa und Merkel, und selbst die großen russischen Klassiker – von Puschkin bis Tolstoi – treten als Zeugen einer endlosen Wiederkehr der Gewalt auf. In dieser alchemistischen Mischung aus Autobiografie, Essay und Allegorie entsteht das Bild eines Landes, das an seiner eigenen Mythenlust zerbricht – und zugleich den Leser in den Sog seiner Sprache reißt. Die neue Barbarei ist Jerofejews radikalstes Buch: Satire, Dichtung und tragikomische Liebeserklärung an ein Russland, das sich selbst verloren hat.

Veranstalter:
Matthes & Seitz

Freitag, 20. März 2025
19 Uhr
Bibliotheca
Albertina
,
Vortragssaal
Einlass:
18:00 Uhr

Ute Daniel: Im Zwischenreich. Eine Geschichte der Weimarer Republik 1918 bis 1933
Ein neuer Blick auf die Entwicklungen der Weimarer Republik und den Erfolg von Rechtsaußenparteien.

Heute sind nicht nur in der Bundesrepublik rechte Parteien wieder auf dem Vormarsch. Vorschnelle Vergleiche mit der Zwischenkriegszeit verursachen  Panik. Umso dringlicher ist es, erneut über die Entwicklungen der Weimarer Republik zu reden und zu streiten. Genau dazu trägt Ute Daniel mit ihrem neuen Buch bei. Erfolge von Rechtsaußenparteien lassen sich nie allein über ihre Strategien oder Führungspersonen erklären. Das wäre auch mit Blick auf Weimar zu einfach – selbst wenn viele Menschen ab 1929 vor allem auf Adolf Hitler starrten, bewundernd oder voll Furcht. Stattdessen müssen wir rekonstruieren, so die Historikerin, wie andere politische Akteure die Situation wahrnahmen. Für die meisten von ihnen war die Weimarer Republik ein Zwischenreich, eine vorübergehende Verirrung. Ihr Handeln war ausschlaggebend für das Ende der Republik. Hitler war nur der Profiteur.
Ute Daniel spricht mit Dirk van Laak über die Weimarer Republik und den Erfolg der Nationalsozialisten.

Veranstalter:
Hamburger Edition

20 Uhr
Bibliotheca
Albertina
,
Lesebereich West
Einlass:
19:00 Uhr

Bernhard Schlink: Gerechtigkeit. Essay

Alle wollen Gerechtigkeit – immer für sich, manchmal auch für andere, selten für alle. Aber was ist Gerechtigkeit, und wie ist sie zu haben? Bernhard Schlink bietet weder ein ideales Konzept noch eine einfache Formel. Sein Anliegen ist bescheidener. Er zeigt auf, wie wir immer wieder neu nach gerechten Lösungen suchen müssen und sie finden können. Das ist Arbeit, der Text ist eine Anleitung zur Gerechtigkeitsarbeit.
In Bernhard Schlinks neuem erzählendem Sachbuch Gerechtigkeit verhandelt er sein großes Lebensthema – ein Plädoyer für Mut und differenziertes Denken, für langen Atem und den Glauben an die Kraft unserer Demokratie und ihrer Institutionen.

Veranstalter:
Diogenes