mitgesammelt und eingekapselt. Beinahe-Bücher im Bibliotheksregal

Vom 24. März bis 25. September 2022 im Ausstellungsraum der Bibliotheca Albertina

Zur Ausstellung

"Alte Schachteln" gibt es in alten Bibliotheken zuhauf, so auch in der 1543 gegründeten Universitätsbibliothek Leipzig. Sie hat für ihre neue Ausstellung Studierenden der Kulturwissenschaften ihre Magazine geöffnet, darunter einen Raum, wo Zehntausende von kleinen Schriften liegen, die in Schachteln aufbewahrt werden. Diese von den Bibliothekaren sogenannten "Kapseln" wurden geöffnet und durchsucht; das Ergebnis ist eine Ausstellung mit Werken, die man in einer wissenschaftlichen Universalbibliothek nicht erwarten würde.

Kennen Sie Zahnbürsten mit Borsten an beiden Enden? Wissen Sie um die Gefahren des Kaffeegenusses? Werbe- und Streitschriften fallen auf, auch Ratschläge fürs Rasieren und für den Umgang mit Starkstrom. Man findet Aufrufe zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts, Plakate zum Streik Leipziger Bürger nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, aber auch Berichte über wundersame Ereignisse aus der Zeit des Barock oder frühe Proteste gegen das Impfen. Die studentische Expedition war auf Interessantes und Kurioses aus. Mit viel Liebe und Mühe hat sie die ausgestellten Schriften erläutert. So wird die Bibliothek als Kulturarchiv geöffnet, leidenschaftliche Auseinandersetzungen früherer Jahre werden anschaulich.

Der Katalog, gestaltet von Stefan Gunnesch, macht das Suchen und Finden selbst zum Erlebnis: Er ist als eigene Kapsel gestaltet und gruppiert die unterschiedlichen Funde des Ausstellungsteams in verschiedenformatigen Heften. Mit der Ausstellung verabschiedet sich der Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, Ulrich Johannes Schneider, nach gut fünfzehn Jahren aus dem Dienst. Er bleibt der Universität als Kulturwissenschaftler erhalten und hat in dieser Funktion die Ausstellung vorbereitet, zusammen mit Studierenden, die aktiv und mit Entdeckerlust die Ausstellung möglich machten. Das Gemeinschaftswerk dieses ungewöhnlichen Einblicks in wenig beachtete Ecken der Bibliothekssammlungen zeigt, wie viel es noch zu entdecken gibt. Gerade da, wo man wenig hinschaut, lauert die Überraschung.

Eröffnung

Die Ausstellungseröffnung findet am 23. März 2022 um 18 Uhr in der Bibliotheca Albertina statt. Die Ausstellung kann ab 24. März 2022 täglich von 10 bis 18 Uhr im Ausstellungsraum der Bibliotheca Albertina besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Realisierung

Kurator*innen: Lena Dahlberg, Ella Jaeschke, Christina Jakob, Irina Nekrasov, Ulrich Johannes Schneider, Christian Schrödel
Gestaltung: Stefan Gunnesch
Restaurierung und Ausstellungsaufbau: Jörg Graf, Fanny Barthold, Mina Rakelmann, Anna Wypych
Digitalisierung: Olaf Mokansky
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Koordination: Caroline Bergter