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Projektergebnisse im Überblick

Manuscripta Mediaevalia

Gefördert durch

DFG

Laufzeit

Jan. 2016–Dez. 2021

Projektbeteiligte

Wissenschaftlicher Bearbeiter:
Dr. des. Matthias Eifler 

Wissenschaftliche Hilfskraft:
Franz Schollmeyer

Leiter Handschriftenzentrum:
Dr. Christoph Mackert

Kontakt

E-Mail:

Erschließung von Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften in Ostdeutschland

Abseits der wissenschaftlichen Bibliotheken mit ihren großen Handschriftensammlungen werden kleinere Bestände mittelalterlicher Handschriften von Einrichtungen unterschiedlicher Art bewahrt. Meist sind diese Kleinbestände kaum erschlossen, nicht selten auch gänzlich unbekannt. Das Leipziger Handschriftenzentrum ist seit Jahren engagiert, um solche Handschriften und Handschriftenfragmente zu erschließen und der historischen und kulturwissenschaftlichen Forschung auf diese Weise neues Material bereitzustellen. Ein erstes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Pilotprojekt (2010–2015) hat gezeigt, wie lohnend die Erschließung der Streubestände ist und zu welchen Funden sie führen kann.

In einem neuen Projekt werden seit Anfang 2016 mittelalterliche Handschriften und -fragmente von insgesamt elf weiteren Einrichtungen Ostdeutschlands mit Unterstützung der DFG am Leipziger Handschriftenzentrum bearbeitet. Neben staatlichen und kommunalen Archiven, Bibliotheken und Museen sind an diesem Projekt mehrere kirchliche Sammlungen beider Konfessionen beteiligt. Der geographische Einzugsbereich reicht von Stralsund im Norden bis Freiberg im Süden und von Mühlhausen (Thür.) im Westen bis St. Marienthal im Osten.
Die Ergebnisse werden kontinuierlich über die Projektseite im zentralen deutschen Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia präsentiert. Für die Projektbestände aus sächsischen Institutionen kann 2016 mit Hilfe des Landesdigitalisierungsprogramms Sachsen eine Digitalisierung erfolgen. Weitere Digitalisierungskomponenten sind angestrebt.

Der Projektbestand umfasst insgesamt 200 Signaturen, wobei unter den Fragmenten die ältesten Stücke aus dem 9. bzw. 10. Jahrhundert stammen. Inhaltlich bietet sich ein breites Spektrum dar. Den Schwerpunkt bilden theologische und juristische Handschriften. Daneben finden sich liturgische Codices, die zur Erforschung der Liturgie im mitteldeutschen Raum von großer Bedeutung sind. Auch Schriften aus dem Bereich des Artes-Studiums (z. B. Aristoteles-Kommentare), humanistische Textsammlungen sowie medizinische Texte sind enthalten. Hinzu kommen volksprachige Textzeugen (z. B. deutsche Rechtstexte, Bibelübersetzungen und chronikalische Werke) sowie lateinisch-deutsche Mischtexte (z. B. Glossare). Einzelne Handschriften sind mit hochwertiger Buchmalerei ausgestattet.
Das Leipziger Handschriftenzentrum ist bestrebt, die Erschließung im Bereich der Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften auch über dieses Projekts hinaus fortzusetzen und bietet für handschriftenbesitzende Institutionen einen umfassenden Beratungsservice zur Einschätzung von Beständen sowie zu Projekt- und Fördermöglichkeiten an. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Leitung des Handschriftenzentrums.

  • Matthias Eifler, Gäste aus dem Kloster. Wertvolle Handschriften aus der Abtei St. Marienthal in der UB Leipzig, in: Blog der Universitätsbiblitohek Leipzig (28.11.2016): https://blog.ub.uni-leipzig.de/gaeste-aus-dem-kloster
  • Matthias Eifler und Christoph Mackert, Handschriftenschätze aus Kloster St. Marienthal. Erschließung mittelalterlicher Streubestände am Leipziger Handschriftenzentrum, in: BIS / Bibliotheken in Sachsen 10 (2017), S. 4f.
    Online: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-79248
  • Matthias Eifler, Mittelalterliche Handschriften aus der Klosterbibliothek von St. Marienthal (Ostritz/Sachsen), Teil I: Illuminierte Codices des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Cistercienser Chronik, 124. Jahrgang 2017, Heft 2, S. 221–234
  • Matthias Eifler, Kat. Nr. 129: Kloster Pforte bei Naumburg: Kapiteloffiziumsbuch des Zisterzienserklosters Altzelle, in: Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung LVR LandesMuseum Bonn 29. Juni 2017 bis 28. Januar 2018, Darmstadt 2017, S. 284–286.