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Projektergebnisse im Überblick

Manuscripta Mediaevalia

Gefördert durch

DFG

Projektlaufzeit

Apr. 2012–Apr. 2017

Projektbeteiligte

Wissenschaftliche Bearbeiterin:
Dr. Friederike Berger

Wissenschaftliche Hilfskräfte:
Michael Mazurkiewicz

Leiter Handschriftenzentrum:
Dr. Christoph Mackert

Kontakt

Mail:

Wissenschaftliche Erschließung der griechischen Handschriften in der UBL

Das Projekt, das in Kooperation mit dem Lehrstuhl Prof. Foteini Kolovou (Universität Leipzig) durchgeführt wird, dient der wissenschaftlichen Erschließung der griechischen Handschriften in der UBL. Mit 116 Signaturen handelt es sich um die drittgrößte Sammlung griechischer Manuskripte in Deutschland nach den wesentlich umfangreicheren Kollektionen in München (ca. 650 Hss.) und Berlin (ca. 300 Hss.). Sie enthält mehrere berühmte Einzelstücke wie den Codex Sinaiticus (Cod. gr. 1), die Chronik des Genesios (Cod. gr. 16) oder das Zeremonienbuch des Porphyrogennetos (Rep. I 17) und zeichnet sich darüber hinaus durch ein inhaltlich breites Spektrum aus. Diese reicht von Bibelüberlieferung und theologischer Literatur über philosophische, poetische und historische Texte bis hin zum juristischen, medizinischen oder mathematisch-technischen Fachschrifttum. Das Mengengerüst des Projekts umfasst 114 Signaturen, da zwei Stücke, darunter der Codex Sinaiticus, bereits in DFG-Projekten wissenschaftlich aufgearbeitet sind.

Der Leipziger Bestand gliedert sich in den universitätseigenen Fonds der Codices graeci (86 Handschriften, davon 2 nicht Teil des Mengengerüsts) und das Depositum Leipziger Stadtbibliothek (ehemals Rats­bibliothek, 30 Handschriften). Er umfasst sowohl ältere byzantinische Stücke des 8./9. bis 16. Jh. (80 Handschriften, davon 2 nicht Teil des Mengengerüsts) als auch neuzeitliche Gelehrtenmanuskripte und neugriech­ische Musikhandschriften/Liturgica (36 Handschriften). 

Als Nachweisinstrumente liegen bislang lediglich die historischen Altkataloge von Robert Naumann aus dem Jahr 1838 und von Viktor Gardthausen aus dem Jahr 1898 vor, die insbesondere im Bereich der Kodikologie und der Entstehungs- und Provenienzgeschichte wenig aussagefähig sind und sich zum Teil auch bei der Inhaltsbestimmung als ergänzungsbedürftig erweisen. Viele der Pergamenthandschriften enthalten darüber hinaus nicht identifizierte oder unerkannte Texte in Palimpsestform. Ohne publizierten Erschließungsnachweis sind bis heute außerdem 13 Handschriften, die von der UBL nach der Katalogisierung durch Gardthausen erworben wurden.

Das Erschließungsprojekt soll eine wissenschaftliche Aufarbeitung nach heutigen Standards leisten, um die Voraussetzungen für die weitere Erforschung zu schaffen. Die eingehende kodikologische Untersuchung, z. B. mit Analyse der Wasserzeichen und der Identifizierung von Schreibern, die Erforschung der Besitzgeschichte, die Textbestimmung mit den heutigen Hilfsmitteln und die Nutzung neuer Methoden zur Sichtbarmachung von Texten in Palimpsesten lassen auf Ergebnisse hoffen, die erheblich über den bisherigen Kenntnisstand hinausgehen.
Die Projektergebnisse werden über Manuscripta Mediaevalia in recherchierbarer Form projektbegleitend bereitgestellt.

  • Foteini Kolovou, Die griechischen Handschriften der Universitätsbibliothek Leipzig, in: The legacy of Bernard de Montfaucon, The Legacy of Bernard Montfaucon. Three Hundred Years of Studies on Greek Handwriting, hg. von Antonio Bravo García (Bibliologia 31), Turnhout 2010, S. 395-401 und S. 859-861
  • Thomas Fuchs / Christoph Mackert, Byzanz und die Handschriftenforschung. Die griechischen Handschriften der Universitätsbibliothek Leipzig, in: Byzanzrezeption in Europa. Spurensuche über das Mittelalter und die Renaissance bis in die Gegenwart, hg. von Foteini Kolovou (Byzantinisches Archiv 24), Berlin/Boston 2012, S. 297-312